WHO
WHO: Frauen werden durch gezielte Werbung sĂŒchtig gemacht

World Health Organization (WHO)
Etwa 200 Millionen Frauen rauchen weltweit. Tabakkonzernen wie Japan Tobacco Internation, BAT oder Philip Morris wird nun von der Weltgesundheitsorganisation vorgeworfen, Frauen gezielt mit entsprechender Werbung sĂŒchtig zu machen. Insbesondere Werbung, in der das Rauchen als “glamourös und sexy” oder als probates Schlankheitsmittel dargestellt werde, sei massiv zielgruppenorientiert ausgerichtet.
AnlĂ€sslich des Weltnichtrauchertages warnt die WHO vor derartigen Manipulationen durch die Tabakindustrie. Aussagen wie die, dass das Rauchen ein Akt der Befreiung durch den Mann und seine Dominanz sei, sind als höchst manipulativ zu werten. So sind vor allem Frauen in Ă€rmeren LĂ€ndern die neue Zielgruppe der Tabakindustrie, die gerade dort sehr groĂe Summen investiert, um Frauen in die AnhĂ€ngigkeit zu treiben.
Weltweit rauchen etwa 9% der Frauen und 40% der MĂ€nner. In konkreten Zahlen klingt es noch erschreckender: Etwa 200 Millionen Frauen und 800 millionen MĂ€nner sind Raucher.
Diese gezielte Werbung zeigt bereits erschreckende Erfolge. So rauchen in der HĂ€lfte der 151 untersuchten LĂ€nder schon heute etwa gleich viele Jungen und MĂ€dchen. Dabei riskieren die Frauen deutlich höhere gesundheitliche Folgen als die MĂ€nner. So leiden Raucherinnen deutlich hĂ€ufiger an Brustkrebs als Nichtraucherinnen. Auch das Osteoporose-Risiko ist bei Raucherinnen erhöht. Der Nikotinmissbrauch in der Schwangerschaft kann zu FrĂŒh- oder Totgeburten fĂŒhren und auch den Kindstod nach der Geburt auslösen. Eine weitere Folge des Rauchens ist die weibliche Unfruchtbarkeit.
Ganz allgemein ist ein Zuwachs an rauchertypischen Krebserkrankungen bei Frauen zu verzeichnen. Innerhalb der letzten zehn Jahre haben sich solche Krebserkrankungen mit Todesfolge sogar fast verdoppelt. 31,2 Frauen je 100.000 Einwohner starben allein im Jahr 2008 an einer rauchertypischen Krebserkrankung. Bei MĂ€nnern sind es sogar 76,4 je 100.000 Einwohner, auch wenn die Zahl allgemein relativ konstant geblieben ist.
Passivrauchen trifft Frauen ebenfalls hÀrter als MÀnner. Rund zwei Drittel der jÀhrlich etwa 430.000 Todesopfer sind weiblich. 5 Millionen Menschen sterben jÀhrlich weltweit an den Folgen dieses Lasters, obschon öffentliche Rauchverbote Abhilfe schaffen sollten.
Die Wirkung gezielter Anti-Raucher-Kampagnen sowie des gesteigerten Gesundheitsbewusstseins und der immer gröĂeren Ausgrenzung der Raucher ist noch nicht sonderlich spĂŒrbar. Dennoch steigt der Nichtraucheranteil langsam. So gaben etwa 74% der BundesbĂŒrger an, Nichtraucher zu sein (2009). Auch bei jungen Menschen ist ein RĂŒckgang der Raucherquote zu beobachten.
GrundsĂ€tzlich fĂ€llt es Frauen wesentlich schwerer mit dem Rauchen aufzuhören als MĂ€nnern. Dass es sich dennoch lohnt, sollten die Zahlen der rauchertypischen Krankheiten und TodesfĂ€lle eindrĂŒcklich zeigen.
Bild: Quelle who.int