Gesundheit
Zeckenbiss – Gefahr wird oft überschätzt

Zeckenbiss - Wie gefährlich sind Zecken?
Steffen Rabe, Kinderarzt in München, beobachtet zu diesen Zeiten vermehrte Besuche von Eltern, deren Kinder von Zecken gestochen wurden. Er meint: “Viele Eltern suchen ärztlichen Rat, obwohl sie die Zecke einfach selbst entfernen könnten. Fast immer ist so ein Zeckenstich eine harmlose Sache.”
So ist es zwar eine Tatsache, dass FSME und Borreliose als Folge von Zeckenstichen auftreten können, jedoch ist dies gerade bei FSME eher in Süddeutschland der Fall. Zudem ist das Allgemeinrisiko sehr gering, da nur etwa 0,1%-5% der Zecken das Virus in sich tragen. In den meisten Fällen beschränken sich die Krankheitsanzeichen auf grippeähnliche Symptome, wirklich schwer erkranken nur sehr wenige Menschen (ca. 10% an FSME).
Zu der Risikogruppe gehören vor allem ältere Menschen, da es hier häufiger Komplikationen gibt. Die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, Susanne Glasmacher, betont die geringere Gefahr bei Kindern: Bei ihnen sind schwere Verläufe mit bleibenden Schäden sehr selten”. Eine Impfung sollte bei Ihnen daher grundsätzlich nur nach einer sorgfältigen Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen. Borreliose tritt dagegen sehr viel häufiger auf. Da hier kein Impfstoff verfügbar ist, sollte bei ersten Anzeichen sofort mit einer Antibiotika-Therapie begonnen werden.
Bild: flickr / NIOSH