Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Zwänge

28.05.2010 | 20:18 Uhr

Zwanghaftes Handeln durch Knochenmarktransplantation beenden?

hirn Zwanghaftes Handeln durch Knochenmarktransplantation beenden? BildWissenschaftler aus den USA konnten bei Mäusen, die ein zwanghaftes Verhalten an den Tag legten, mit einer Knochenmarktransplantation helfen. Zuvor hatten sich die Mäuse so lange das Fell geleckt, bis es ausfiel. Durch den Ersatz fehlender Zellen, die aus dem Knochenmark stammen, ins Gehirn wandern und dort das Verhalten kontrollieren, konnte der Zwang abgestellt werden.

Mario Capecchi und sein Forscherteam der of Utah School of Medicine berichten im Journal “Cell”, dass vermutlich auch bei Menschen Verhaltensstörungen mit einem solchen Eingriff behoben werden könnten. Allerdings ist dies nach derzeitigen Erkenntnissen noch mit sehr hohen Risiken verbunden. Bei den Mäusen geht das zwanghafte Verhalten auf ein Gen zurück, das Hoxb8-Gen. Die Hox-Gene spielen eine zentrale Rolle in der Embryonalentwicklung. Die Gründe waren bis jetzt unbekannt.

Cappecchi und sein Forscherteam haben nun entdeckt, dass das fehlende Hoxb8-Gen den Verlust gewisser Mikroglia-Zellen im Gehirn bewirkt. Diese Mikroglia-Zellen werden für gewöhnlich zum Teil aus den Stammzellen des blutbildenden Systems im Knochenmark gebildet und wandern von dort in das Gehirn. Sie erkennen dort krankmachende Substanzen und Krankheitserreger und beseitigen sie. Die Verhaltensweise ist noch nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Zellen Botenstoffe ausschütten und so die Aktivität der Nervenzellen verändern.

Bild: flickr / brain_blogger

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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